Der österreichische Immobilienmarkt steht vor einer klaren Trendwende nach oben. Das Maklernetzwerk Remax rechnet für 2026 mit spürbaren Preissteigerungen in nahezu allen Segmenten. Grundlage ist der hauseigene Remax Real Estate Future Index (RREFIX), für den im Dezember rund 650 Maklerinnen und Makler österreichweit befragt wurden.
Über alle Nutzungsarten hinweg prognostiziert Remax einen durchschnittlichen Preisanstieg von 3,4 Prozent. Die Entwicklung betrifft Wohn- wie auch Gewerbeimmobilien gleichermaßen. Parallel dazu wird mit steigender Nachfrage und einem wieder wachsenden Angebot gerechnet.
Mietwohnungen und zentrale Lagen mit der stärksten Dynamik
Die höchsten Zuwächse werden bei Mietwohnungen in zentralen Lagen erwartet – mit rund plus 4,0 Prozent. Dahinter folgen Geschäftslokale (+3,9 Prozent) sowie Eigentumswohnungen in zentralen Lagen (+3,5 Prozent). Am unteren Ende der Skala liegen Eigentumswohnungen in ländlichen Gemeinden, aber selbst hier rechnet Remax noch mit plus 2,3 Prozent. Größere Preissprünge oder Marktausschläge sind laut Prognose in keinem Segment zu erwarten.
Regionale Unterschiede, aber überall im Plus
Auch regional zeigt sich ein einheitliches Bild: alle Bundesländer mit steigenden Preisen. Die geringste Dynamik wird in Salzburg (+1,5 Prozent) erwartet, die stärkste in Wien (+4,2 Prozent). Bei Einfamilienhäusern reicht die Spanne von +2,0 Prozent in Salzburg bis +3,6 Prozent in Niederösterreich. Eigentumswohnungen steigen je nach Bundesland zwischen +1,7 Prozent im Burgenland und +4,2 Prozent in Tirol.
Baugrund: Preise und Angebot wachsen wieder
Besonders relevant für die mittel- bis langfristige Marktentwicklung ist der Baugrund. Hier erwartet Remax nicht nur einen Preisanstieg von durchschnittlich 3,5 Prozent, sondern auch ein Angebotsplus von 3,3 Prozent. Regional fallen die Prognosen unterschiedlich aus:
Burgenland liegt bei +2,0 Prozent, während Niederösterreich (+3,9 Prozent), Steiermark (+4,1 Prozent) und Wien (+2,8 Prozent) deutlich stärker zulegen sollen.
Transaktionen ziehen an – Markt bleibt unter früheren Rekordniveaus
2025 wurden in Österreich laut vorläufigen Daten rund 117.000 Immobilientransaktionen gezählt, ein Plus von rund 16 Prozent gegenüber 2024. Das Transaktionsvolumen erreichte etwa 33 Milliarden Euro. Damit liegt der Markt klar über den beiden Vorjahren, bleibt jedoch deutlich unter den Ausnahmejahren 2021 und 2022 mit über 43 Milliarden Euro. Diese Spitzenwerte seien, so Remax, nicht kurzfristig wieder erreichbar.
Kaufen jetzt strategisch sinnvoll
Aus Sicht von Remax ist der Zeitpunkt für Käufer weiterhin günstig. Ein zentraler Faktor ist die noch bis Ende Juni 2026 gültige Gebührenbefreiung für Grundbuch- und Pfandrechtseintragungen beim Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum. Diese Kostenersparnis stellt einen klaren wirtschaftlichen Vorteil dar. Remax spricht sich ausdrücklich für eine Verlängerung der Maßnahme aus.
Ausblick: Angebotsknappheit treibt Preise weiter
Das aktuelle Kaufangebot ist noch solide, wird sich jedoch perspektivisch verknappen. Der Wohnbau befindet sich weiterhin auf niedrigem Niveau. Genau daraus leitet Remax ab, dass die Preissteigerungen ab 2027 und 2028 deutlich über dem für 2026 erwarteten Niveau von rund 3,5 Prozent liegen dürften.
Der Markt konsolidiert sich, dreht aber klar nach oben. Wer kaufen will, findet 2026 noch stabile Rahmenbedingungen – später dürfte es teurer werden.